Fliegen mit Corona: Individual-Urlaub in Portugal buchen?

13th July 2020

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Wie sieht es überhaupt mit dem Fliegen mit Corona Pandemie aus? Welche Regeln gelten jetzt und was muss ich beachten?

Wer seinen Urlaub nach Portugal schon gebucht hat, aber auch alle die überlegen, ob sie ihren Sommerurlaub 2020 in Portugal verbringen können, findet hier grundlegende Informationen zum Fliegen mit Corona.

Fliegen mit Corona und spontaner Urlaub 2020

Findet mein gebuchter Flug statt? Bekomme ich überhaupt einen Flug nach Portugal? Obwohl seit März 2020 viel storniert und kaum neu gebucht wurde, da die Reisebestimmungen bis vor Kurzem unklar waren, besteht jetzt die Möglichkeit nach Portugal zu fliegen.

 

Wiederaufnahme des Flugverkehrs

Die EU hat einheitliche Leitlinien zum Fliegen mit Corona vorgelegt. Danach sollen Passagiere und Bordpersonal Schutzmasken tragen - vom Betreten des Flughafens bis zum Erreichen des Reiseziels. Die Masken sollten nach vier Stunden ausgetauscht werden, da feuchte Exemplare keinen Schutz vor Ansteckung mehr bieten. Die Lufthansa hat diese Regel für sich bis mindestens  31. August 2020 festgelegt. Zu Lufthansa zählen auch die Fluggesellschaften Swiss, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels Airlines. Nicht alle Fluggesellschaften stellen einen Mund-Nase-Schutz zur Verfügung. Dieser sollte daher zur Sicherheit selbst mitgebracht werden.

Die Lufthansa setzte bereits im Juni rund doppelt so viele Flugzeuge ein wie in den Monaten des Lockdown. 160 Jets bringen Gäste zu 106 Reisezielen im In-und Ausland.  Mit einer "Rückflug-Garantie" will die Fluggesellschaft Sorgen vor Reisen in der Corona-Krise entgegentreten. Wer zurück nach Deutschland wolle, den bringe man zurück, erklärt die Airline. Mögliche Gründe für einen Rückflug seien ein Einreiseverbot am Zielort wegen erhöhter Temperatur, eine Quarantäneregelung oder ein erneuter Ausbruch des Virus im Gastland. Weitere Details unbedingt bei der jeweiligen Fluglinie vor Reisebeginn überprüfen und erfragen.

Condor hebt zum Start der Ferienzeit ab 25. Juni ab acht Flughäfen (Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Leipzig/Halle und Berlin-Schönefeld) wieder vermehrt ab. Dabei soll auf ca. 40 % des ursprünglichen Flugverkehrs hochgefahren werden. Der Sommerflugplan 2020 umfasst vorerst rund 300 wöchentliche Verbindungen in die beliebtesten Ferienregionen, darunter auch Portugal. Bei Ryanair sollen ab Juli ebenfalls 40 % der üblichen Verbindungen buchbar sein.

Der britische Billigflieger Easyjet fliegt ab Juli bis zu 50 % der Destinationen des Streckennetzes wieder an. Bis August wird mit geringerer Häufigkeit der Flüge 75 % angepeilt. Damit stehen ab Berlin für den Sommer wieder Verbindungen zu den gängigen Urlaubsreisezielen, darunter Lissabon und Faro zur Verfügung.

Tui ist nach der Aufhebung der Reisewarnung für 29 europäische Länder gestartet. Am 17. Juni gab es die ersten Flüge in Richtung Faro an der Algarve in Portugal (Abflughafen Düsseldorf und Frankfurt am Main). Mit einem Sonderflugplan geht es im Juli los.

Neue Regeln an den Flughäfen
Fliegen mit Corona bedeutet einige neue Regelungen nicht nur während der Flüge sondern auch und gerade an den Flughäfen. Sie sind das Nadelöhr, an dem große Menschenmengen auf einander treffen. Neue Hygienestandards und Lautsprecherdurchsagen, die Passagiere  immer wieder ans Abstand halten, den Mund-Nasen-Schutz und regelmäßiges Hände desinfizieren erinnern. Eine einheitliche Anordnung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in allen Bereichen der deutschen Flugterminals ist geplant. Bislang haben dies nur die Länder Berlin, Bremen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen für den gesamten Flughafen angeordnet. In den übrigen Bundesländern gilt zurzeit nur die Tragepflicht an den Engpässen Luftsicherheitskontrolle und Gepäckrückgabe, wo sich besonders viele Menschen stauen.

Vor allem braucht es jetzt eine große Portion Geduld zum Fliegen mit Corona, gerade an diesen beiden Punkten, aber auch für den Check-In. Neben Temperaturscreenings wird zum Beispiel das Boarding in mehreren und kleineren Gruppen stattfinden. Auch das Aussteigen aus dem Flugzeug, bei dem für gewöhnlich viel Gedränge entsteht, wird disziplinierter und dadurch auch langsamer vonstatten gehen. Alles in allem: Für Flüge müssen wir uns in Zukunft wohl erheblich mehr Zeit einplanen. Zwar soll es in Zukunft mehr Schalter geben,  sowie eine erhöhte Anzahl an Flughafen-Bussen, die jeweils weniger Passagiere zum Flugzeug bringen. Doch diese veränderte Logistik könnte den Gesamtbetrieb verlangsamen. Passagiere müssen sich darauf einstellen, dass sie künftig rund vier Stunden vor Abflug am Airport eintreffen.

Auch Toilettengänge am Flughafen oder im Flugzeug sollten wenn möglich vermieden werden, um das Infektionsrisiko zu Minimieren. Flugzeug-Toiletten von Lufthansa sind künftig mit Desinfektionsseifen ausgestattet. Das gilt aber nicht für alle Fluglinien.

 

To Do-Liste vor und nach dem Fliegen mit Corona 

  • Vor der Reise über die Infektionszahlen im Urlaubsland informieren
  • Frühzeitig am Flughafen eintreffen
  • Am Bahnhof, im Hafen und an Flughäfen herrscht Gesichtsmaskenpflicht!
  • Fluggästen ohne Gesichtsmaske kann Mitflug verweigert werden
  • Pausenbrot mitbringen und Getränke in der Flughafengastronomie besorgen: An Bord gibt es unter Umständen keine Snacks und Getränke, um Kontakte zu minimieren
  • Abstandsregeln im öffentlichen Räumen einhalten: 1,5 bis 2 m Abstand zu anderen Menschen
  • Husten oder Niesen in ein Papiertaschentuch oder in die Armbeuge
  • regelmäßig Hände mit Seife waschen, Einweg-Papierhandtücher oder automatische Händetrockner nutzen, Desinfektionslösung auf Alkoholbasis verwenden
  • Auch am Rollband bei der Gepäckabholung nicht den Abstand vergessen!
  • Stellt ein Reisender nach der Reise eine Corona-Infektion fest, können durch die Ermittlung von Kontaktpersonen und Warnmechanismen Mitreisende benachrichtigt und das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus verringert werden. Hierzu existieren mobile Apps, die ein Höchstmaß an Datenschutz bieten und die Sie auf freiwilliger Basis nutzen können.
  • Fahrgast-Rechte bei Annullierung der Reise durch den Veranstalter: Sie bekommen Ihren Fahrpreis erstattet oder werden umgebucht. Sie können angebotene Gutscheine akzeptieren, müssen das aber nicht tun.
  • Verstöße gegen Quarantäne-Auflagen können teuer werden

  

Hinweis: Wer jetzt eine Reise plant, sollte sich unbedingt vorab über das Infektionsgeschehen im Urlaubsland informieren. Die Quarantäneregelung greift bei der Rückkehr nach Deutschland nämlich doch, wenn im Urlaubsland die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage plötzlich höher lag als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner.

 

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